Klassikerschrauber
Ringschlüssel auf einer angerosteten Schraube am Unterboden, daneben eine Sprühdose

Tipps & Tricks

Festsitzende Schrauben lösen

Eine Schraube, die sich keinen Millimeter bewegt, kostet Nerven. Wir zeigen Dir, wie Du die meisten mit passendem Werkzeug, Kriechöl und etwas Geduld trotzdem aufbekommst, ohne den Kopf rund zu drehen.

Erst prüfen

  • Drehrichtung klären: Manche Schrauben haben ein Linksgewinde. Geht es ungewöhnlich schwer, schau kurz nach, bevor Du mehr Kraft ansetzt.
  • Passendes Werkzeug: Nimm eine exakt passende Stecknuss oder einen Ringschlüssel statt eines Maulschlüssels. Ist der Schlüssel nur 1 mm zu groß, ist der Kopf schnell vermurkst.
  • Innensechskant und Torx: Steck den Schlüssel ganz tief ein und prüf die Größe genau. Bei Torx liegen die Größen so eng beieinander, dass oft auch die kleinere zu passen scheint.

Lösen mit Geduld

  • Kriechöl: Sprüh Rostlöser oder Kriechöl auf den Kopf und, wenn Du hinkommst, aufs Gewinde. Lass es einwirken, gern über Nacht, und wiederhole das bei Bedarf. Handschuhe und Schutzbrille schützen dabei Haut und Augen.
  • Klopfen: Ein paar gezielte Hammerschläge auf die aufgesteckte Nuss können festsitzenden Rost lockern.
  • Längerer Hebel: Ein längerer Griff bringt mehr Kraft an die Schraube. Steiger die Kraft langsam und halte Hände und Werkzeug so, dass Du nicht anschlägst, wenn sie plötzlich nachgibt.

Praxistipp: Ein Kriechöl für festsitzende Schrauben ist zum Beispiel der WD-40 Specialist Rostlöser, 400 ml (bezahlter Link).

Härtere Mittel

  • Wärme: Mit dem Heißluftföhn angewärmt geben viele Schrauben nach, oft schon bei 80 bis 120 Grad. Vorsicht bei Kunststoff und Gummi in der Nähe, und fass die warmen Teile nicht mit bloßen Fingern an. Kriechöl ist brennbar: Wisch es vorher ab und erwärme nie in der Nähe von Kraftstoffleitungen, Tank oder ausgelaufenem Öl. Ein Feuerlöscher in Reichweite gibt Dir Sicherheit.
  • Kälte: Schock-Rostlöser kühlt die Schraube stark ab, sie zieht sich zusammen und lässt sich leichter herausdrehen.
  • Kreuzschlitz: Für feste Kreuzschlitzschrauben gibt es einen Schlagschrauber für den Hammer. Er löst sie oft mit einem kräftigen Schlag.

Für die Kälte-Methode eignet sich zum Beispiel der Caramba Express Schock Rostlöser, 250 ml (bezahlter Link). Auch er ist brennbar, setz ihn also nie zusammen mit Wärme ein.

Und wenn der Kopf rund ist?

Ist der Kopf schon rund gedreht, hilft oft eine Gripzange oder Wasserpumpenzange, die kräftig zupackt. Ist die Schraube abgerissen, kommt ein Linksausdreher zum Einsatz: mittig anbohren, den Ausdreher links herum eindrehen, bis er greift und den Rest mit herausdreht. Klappt auch das nicht, wird die Schraube ausgebohrt und das Gewinde neu geschnitten. Das ist Arbeit für Geübte. Bei Schrauben an Bremse, Lenkung oder Fahrwerk überlässt Du das besser der Werkstatt.

Zum Tipp „Werkzeug-Grundausstattung“ →

Weitere Tipps

← Zurück zu Tipps & Tricks
Nach oben scrollen