Klassikerschrauber

Audi A4 B6 2.0: Motoröl und Ölfilter wechseln

Schema-Grafik ohne Fahrzeug: Motoröl-Kanister, Anschraub-Ölfilter, Ablassschraube mit Dichtring und Drehmomentschlüssel

Du wechselst Motoröl und Ölfilter an Deinem A4 mit dem Benziner 2.0 und 96 kW selbst. Wir zeigen Dir, wie Du das Altöl unten an der Ölwanne ablässt, den neuen Ölfilter anschraubst und frisches Öl einfüllst. Typische Fehler wie eine undichte Ablassschraube, einen undichten Filter oder zu viel Öl erkennst Du unter dem Wagen und am Ölmessstab.

Gilt für: Audi A4 B6 als Limousine oder Avant mit dem Benziner 2.0 (1984 cm³, 96 kW, Motorkennbuchstabe ALT), gebaut von 2000 bis 2004.

Welche Freigabe und Viskosität Du kaufst, wie viel ungefähr hineingehört und welcher Ölfilter passt, steht im Artikel „Audi A4 B6 2.0: Welches Motoröl brauche ich und wie viel?“. Hier geht es nur um den Wechsel.

Kurz gesagt

  • Du lässt das warme Öl ab und drehst die Ablassschraube mit einem neuen Dichtring wieder ein, angezogen mit 30 Nm.
  • Den neuen Ölfilter schraubst Du mit eingeöltem Dichtring nur von Hand fest.
  • Du brauchst bis zu 4,2 Liter Motoröl, maßgeblich ist der Ölstand am Ölmessstab.

Das brauchst Du

Material

  • Bis zu 4,2 Liter Motoröl, maßgeblich ist der Ölstand am Ölmessstab. Beim festen Intervall nimmst Du VW 500 00, VW 501 01 oder VW 502 00 in SAE 5W-30 oder 5W-40, beim Longlife-Service VW 503 00 oder VW 504 00 in SAE 5W-30 oder 0W-30.
  • Einen neuen Ölfilter.
  • Einen neuen Dichtring für die Ablassschraube.

Auf dem Kanister müssen die passende VW-Freigabe und eine der genannten Viskositäten stehen.

Als Ölfilter passt zum Beispiel der MANN-FILTER W 719/30. Er bringt seinen eigenen Dichtring mit, den Du vor dem Einschrauben dünn mit frischem Öl einstreichst.

Werkzeug

Für die Ablassschraube brauchst Du einen passenden Ringschlüssel oder eine Stecknuss mit Ratsche. Für den Ölfilter brauchst Du einen Ölfilter-Bandschlüssel, mit dem Du den alten Filter lösen kannst.

Dazu gehört ein Drehmomentschlüssel für die Ablassschraube. Sie wird mit 30 Nm angezogen, den Ölfilter ziehst Du dagegen nur von Hand an.

Außerdem brauchst Du eine Auffangwanne, die mehr als 4,2 Liter fasst, einen Trichter, Handschuhe, Augenschutz und Lappen. Der Wagen steht beim Arbeiten auf Unterstellböcken, nie nur auf dem Wagenheber.

Sicherheit

  • Arbeite nie unter einem Wagen, der nur vom Wagenheber gehalten wird. Der Wagenheber kann wegrutschen oder nachgeben.
  • Das Öl soll warm sein, aber nicht heiß. Fass Auspuff und heiße Motorteile nicht an und trag Handschuhe und Augenschutz.
  • Füll nie Öl über die MAX-Markierung am Ölmessstab. Zu viel Öl kann den Katalysator beschädigen.
  • Altöl und den alten Ölfilter gibst Du bei einer Sammelstelle ab, nicht in den Hausmüll.

Schritt für Schritt

1. Motor warmfahren und abstellen. Fahr den Motor warm, dann fließt das Öl leichter ab und nimmt mehr Schmutz mit. Stell den Wagen auf ebenen Boden, stell den Motor ab und lass ihn etwas abkühlen, bis Du die Teile ohne Verbrennungsgefahr anfassen kannst.

2. Wagen sicher aufbocken. Zieh die Handbremse fest an und leg Keile hinter die Hinterräder. Heb den Wagen vorn an und stell ihn auf Unterstellböcke. Schraub die Geräuschdämmung unter dem Motor ab, erst dann kommst Du an die Ablassschraube.

3. Öl ablassen. Dreh oben am Motor den Öleinfülldeckel ab, damit das Öl besser abläuft. Stell die Auffangwanne unter die Ablassschraube. Löse die Schraube etwa eine halbe Umdrehung, dreh sie dann zügig ganz heraus und lass das Öl vollständig ablaufen.

4. Ablassschraube mit neuem Dichtring eindrehen. Den alten Dichtring verwendest Du nicht wieder. Wisch die Ablassschraube und die Anlagefläche an der Ölwanne sauber und steck den neuen Dichtring auf die Schraube. Dreh sie von Hand vorsichtig ein und zieh sie mit dem Drehmomentschlüssel mit 30 Nm an. Zieh nicht fester an, sonst kann das Gewinde in der Ölwanne Schaden nehmen.

Schnittzeichnung: Ablassschraube mit neuem Dichtring liegt dicht an der Anlagefläche der Ölwanne

5. Alten Ölfilter abschrauben. Stell die Auffangwanne unter den Ölfilter. Löse den Filter mit dem Ölfilter-Bandschlüssel und dreh ihn dann von Hand ganz ab. Je nachdem, wie Du besser herankommst, machst Du das von unten oder von oben aus dem Motorraum. Leer das Öl aus dem alten Filter in die Auffangwanne.

6. Neuen Ölfilter einschrauben. Wisch die Dichtfläche am Motor mit einem sauberen Lappen ab. Streich den Dichtring des neuen Filters dünn mit frischem Öl ein. Schraub den Filter ein und zieh ihn fest von Hand an, ohne Werkzeug. Beachte dabei die Einbauhinweise auf dem Filter.

7. Frisches Öl einfüllen. Lass den Wagen wieder auf ebenen Boden herunter. Füll mit dem Trichter durch die Einfüllöffnung zunächst ungefähr die Hälfte der Ölmenge ein. Warte ein paar Minuten, damit das Öl in die Ölwanne läuft, und füll dann in kleinen Mengen nach, bis der Stand am Messstab die untere Markierung erreicht. Füll weiter in kleinen Mengen, bis der Stand im mittleren Bereich des Messstabs zwischen MIN und MAX liegt. Dreh den Öleinfülldeckel wieder fest.

8. Motor starten und Öldruck-Warnleuchte beobachten. Starte den Motor und lass ihn im Leerlauf laufen. Nach dem Ölwechsel kann die Öldruck-Warnleuchte einige Sekunden länger leuchten als sonst, bis die Ölpumpe den neuen Filter gefüllt hat und der Öldruck aufgebaut ist. Danach muss die Öldruck-Warnleuchte ausgehen. Geht sie nach wenigen Sekunden nicht aus, stell den Motor sofort ab. Geht sie aus, lass den Motor ein paar Minuten laufen und sieh an Ablassschraube und Ölfilter nach, ob Öl austritt. Stell den Motor dann ab.

9. Ölstand am Messstab prüfen. Warte einige Minuten, damit das Öl in die Ölwanne zurückläuft. Der Wagen steht dabei eben. Zieh den Ölmessstab, wisch ihn mit einem sauberen Lappen ab, steck ihn bis zum Anschlag wieder ein und zieh ihn zum Ablesen erneut heraus. Der Stand muss im mittleren Bereich zwischen MIN und MAX liegen. Liegt er darunter, füll in kleinen Mengen nach und miss erneut. Liegt er schon im oberen Bereich unterhalb von MAX, füllst Du kein Öl mehr nach. Am genauesten misst Du bei warmem Öl, also nach der ersten Fahrt noch einmal.

Wann Du stoppst

  • Die Ablassschraube lässt sich nicht lösen, oder ihr Schraubenkopf ist rund.
  • Die Ablassschraube greift beim Eindrehen nicht sauber oder dreht durch.
  • Ablassschraube oder Ölfilter sind nach dem Anziehen undicht.
  • Der alte Ölfilter lässt sich auch mit dem Ölfilter-Bandschlüssel nicht lösen.
  • Die Öldruck-Warnleuchte bleibt nach dem Start an. Geht sie nach wenigen Sekunden nicht aus, stell den Motor sofort ab. Prüf den Ölstand am Messstab. Fehlt kein Öl, fahr nicht los, sondern lass den Motor in einer Werkstatt prüfen.
  • Der Ölstand liegt über der MAX-Markierung. Fahr dann nicht los, sondern lass das überschüssige Öl in einer Werkstatt ablassen.
  • Du fühlst Dich auf den Unterstellböcken unter dem Wagen nicht sicher.

Kurz zusammengefasst

  1. Prüf, dass Dein A4 B6 den 2.0 mit 96 kW hat, und fahr den Motor warm.
  2. Bock den Wagen sicher auf, nimm die Geräuschdämmung ab und lass das Öl an der Ablassschraube ab.
  3. Dreh die Ablassschraube mit einem neuen Dichtring ein und zieh sie mit 30 Nm an.
  4. Schraub den alten Ölfilter ab und zieh den neuen Filter mit eingeöltem Dichtring nur von Hand fest.
  5. Füll Motoröl ein, bis der Stand im mittleren Bereich zwischen MIN und MAX liegt. Du brauchst bis zu 4,2 Liter, maßgeblich ist der Ölstand am Ölmessstab.
  6. Starte den Motor: Die Öldruck-Warnleuchte muss ausgehen. Prüf danach den Ölstand erneut.

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